Nachtrag: Soliaktion zu Dessau

Am 12. Januar versammelten sich Aktivist_innen aus verschiedenen Zusammenhängen in der Bochumer Innenstadt, um auf das skandalöse Vorgehen der Dessauer Polizei und den Fall Oury Jalloh aufmerksam zu machen

Im Ruhrgebiet gegen rassistische Repression in Dessau
…Widerstand an jedem Ort!

Als Reaktion auf den brutalen Polizeiangriff auf die jährliche Gedenkdemo für Oury Jalloh, die letzten Samstag in Dessau stattfand, versammelten sich in Bochum am frühen Donnerstagabend (12.1.) etwa 30 Aktivist_innen in der Innenstadt mit 1000 Flugblättern und Transparenten, um diesen beispiellosen Akt der Repression anzuprangern.

Zunächst verteilten sich alle in den Einkaufsstraßen zwischen Rathaus und Bermuda-Dreieck, um mit den Flugblättern einzelne Passant_innen zu erreichen. Binnen einer dreiviertel Stunde waren alle Flugblätter verteilt. Es versammelten sich alle erneut, packten die Transpis aus und zogen in einer geschlossenen Demonstration zum Bochumer Hauptbahnhof. Gegen 19 Uhr war die Aktion beendet

Die Parolen und das Transpi mit der Aufschrift „Oury Jalloh, das war Mord“ sollten der Öffentlichkeit klar machen, dass erstens: auch sieben Jahre nach dem grausamen Tod von Oury Jalloh immer noch viele Menschen sich nicht mit den Ergebnissen der offiziellen Ermittlung zufrieden geben. Und dass sich zweitens: das Verlangen nach Wahrheit und Gerechtigkeit nicht einfach mundtot prügeln lässt, wie es die Bullen am letzten Samstag in Dessau versucht haben. Unsere Aktion war daher auch als Signal der Solidarität für den Kampf um Aufklärung, Gerechtigkeit und Entschädigung gedacht.

Was wir in unserem Flugblatt ebenfalls zu vermitteln versuchten, ist, dass durch die immer noch unermessliche Geschichte eines neonazistischen Mordkommandos der dünne Schleier einer als „weltoffenen“ und „aufgeklärten“ Bürgergesellschaft verstandenen Bundesrepublik Deutschland nun regelrecht aufgewirbelt wurde. Und dass wir als Teil der Mehrheitsgesellschaft vor dem Hintergrund, dass die staatlichen Behörden den Blick nur allzu gern abgewendet haben, unseren umso mehr auf Vorgänge richten sollten, wie zum Beispiel die Stürmung zweier Übergangsquartiere für Flüchtlinge in Wattenscheid am Neujahrsmorgen (Artikel in der BSZ)

Aus dem selben Grund riefen im Flugblatt dazu auf, am Samstag, den 14.1. an der Demonstration für Mohammad Sillah in Remscheid teilzunehmen.

Deutschland, ein rassistischer Sumpf: trocknen wir ihn aus!

Antirassist_Innen und Antifaschist_Innen aus dem Ruhrgebiet


Weiter Bilder und Links